Lars Ebeling

Lars Ebeling – Digitale Fotografie – Was können RAW-Formate

Kurzbeschreibung:

Der Fortschritt in der Digitalfotografie ist von rasanter Geschwindigkeit geprägt, sodass
die Bildqualität in den letzten Jahren stetig verbessert werden konnte. Damit verbunden
wird die Analogfotografie immer mehr in den Hintergrund gedrängt, wobei viele Hersteller
die Entwicklung neuer analoger Kameramodelle bereits eingestellt haben. Oft ist davon zu
hören, dass die Digitalfotografie die Analogfotografie abgelöst hat – Aber ist das wirklich
so? In der Dunkelkammer konnte der Fotograf noch auf den Entwicklungsprozess Einfluss
nehmen, um das Bild entsprechend seinen Vorstellungen anzupassen. Ist das auch in der
Digitalfotografie möglich oder ist es unvermeidlich, der Kamera den gesamten Bildverarbei-
tungsprozess zu überlassen?
Das meistverwendete Bilddatenformat bei Digitalkameras ist heute das JPEG-Format. Die
Bilddaten, die in diesem Format ausgegeben werden, haben bereits eine intensive Bild-
verarbeitung in der Kamera erfahren und aufgrund der verlustbehafteten Kompression an
Qualität verloren. Zum Teil besteht bei einigen Kameramodellen die Möglichkeit im TIFF-For-
mat auszugeben, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, ohne einen Informations-
verlust an den Bilddaten durch die bedingte Komprimierung zu erleiden. Doch auch dieses
Bilddatenformat konnte die Wünsche vieler Fotografen nicht erfüllen, auf den Bildverarbei-
tungsprozess in der Digitalkamera Einfluss zu nehmen. Gewiss war die Zeitersparnis und die
immer akzeptableren Anschaffungskosten sowie die ständig steigende Auflösung der Ka-
merasysteme von großem Interesse. Im Vergleich zur Analogfotografie konnte die Qualität
und Flexibilität der Bildverarbeitungsprozesse jedoch immer noch nicht überzeugen.
In den letzten Jahren ermöglichten es die Kamerahersteller zunehmend die unbearbei-
teten Bilddaten direkt auszugeben, so wie sie der lichtempfindliche Sensor erfasst hat. Der
Bildverarbeitungsprozess außerhalb der Kamera soll, nach Angaben der Hersteller, viel kon-
trollierter und effizienter möglich sein. Die sogenannten Raw-Formate entsprechen vielmehr
der digitalen Version des noch nicht entwickelten Filmnegativs. Mit ihnen kann im anschlie-
ßenden Entwicklungsprozess die bestmögliche Bildqualität erreicht werden, so wie einst in
der Dunkelkammer.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Leistungsfähigkeit von Raw-Daten zu beurteilen und die Ab-
hängigkeiten zwischen Kameratechnik sowie Konvertierungssoftware im Bezug auf die
Qualität und Effektivität der Bilddaten aufzuzeigen. Die Intention eine Arbeit über dieses
Thema zu schreiben, bestand einerseits an einem gesteigerten Interesse an der Digitalfoto-
grafie und begründet sich anderseits aus der zur Zeit erhöhten Präsenz in den Fachmedien.
Die Themen aus dem zweiten Kapitel „Theoretische Grundlagen“ sollen dazu beitragen,
die alltägliche Erscheinung von Licht und Farbe sowie deren Wahrnehmung besser zu ver-
stehen. Gleichermaßen wichtig ist es, alle Farben, die uns jeden Tag begegnen, verbindlich
in einem farbmetrischen Bezugssystem mathematisch zu beschreiben und zu visualisieren.
Das erste Kapitel schließt mit grundlegenden Begriffen zum Farbmanagement ab, was zu
einem besseren Verständnis in der Arbeit verhilft.