2. November 2011

Erfahrungsberichte nach dem Studium…

Irina Huck

Nach nunmehr acht Monaten seit meinem Abschluss habe ich es endlich geschafft: Ich bin „unter die Haube“ gekommen. Ich konnte mich gegen etwa dreihundert Mitbewerber auf die Stelle als Produktbetreuerin beim [Firmenname, ein bekannter großer Verlag mit Zweigstelle in Berlin]. Die Firma und ich scheinen uns gesucht und gefunden zu haben.

Der Leiter des Fachverlags war schon von meiner Bewerbung irritiert, da sie ihm so gut gefiel, dass er an mir als Kandidatin erst einmal nichts auszusetzen fand. Was ihn noch mehr erstaunte, war die Tatsache, dass nicht nur das erste Bewerbungsgespräch, sondern auch das zweite so positiv verliefen, dass er wiederum kein Haar in der Suppe finden konnte, wie er es ausdrückte.

Es geht am 18.4. mit einem einjährigen Volontariat los, das bereits sehr gut bezahlt wird. In dieser Zeit werde ich durch den Produktmanager in meine zukünftigen Aufgaben eingearbeitet. Dazu zählen unter anderem der Satz der Informationen, Autorenkontakte zu pflegen und entsprechende Veröffentlichungstermine gewährleisten, der Kontakt mit der technischen Herstellung,… Der Verlag hält sich logischerweise mit dem Volontariat ein Hintertürchen für den Fall der Fälle offen, es ist aber nicht in ihrem Sinne sich dann erneut jemanden suchen zu müssen, den sie einarbeiten können. Die Betreuung der Produkte raubt dem Produktmanager zu viel der Zeit, die dringend für weitere Entwicklungen benötigt wird. Ich kann also durchaus guter Dinge sein, nächstes Jahr dort weiter arbeiten zu dürfen.

Was einen entscheidenden Beitrag zu meiner Einstellung geleistet haben dürfte ist die Tatsache, meine Diplomarbeit in InDesign gesetzt zu haben und mich daher durchaus mit dem Programm auszukennen. Der Produktmanager hat davon wie er selbst sagte „nicht den blassesten Schimmer“, die Produkte sollen aber zukünftig damit gesetzt werden. Man sieht also, dass die Vielfalt der Vorlesungen an unserer lieben Beuth Hochschule durchaus gelungen gewählt ist :-)

Liebe Grüße und ein gelungenes neues Semester Irina Huck

Jan Spengler

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Studiumsbeginn: 1996

Nach meiner Ausbildung zum Offsetdrucker bei Mohn Media, Zivildienst beim Arbeiter Samariter Bund und den Versuch mit einer Mappe mich für Grafik Design an der Fachhochschule für Gestaltung in Bielefeld einzuschreiben habe ich mein Fokus in Richtung drucktechnischem Studium gelegt.

Zur Auswahl standen die Fakultäten in Wuppertal, Berlin, Stuttgart und Leipzig. In der Hoffnung an einem neu gegründeten Fachbereich aktiv mitzuwirken und in einer ?internationalen“ Stadt leben zu können, habe ich mich dann 1996 für Berlin entschieden.

Durch die Anbindung der Labore, dem Zukauf von neuer Technologie und dem Aufteilen in neue Medien, Technik und Wirtschaft wurde aus meiner Sicht der Grundstein für ein inhaltvolles Studium gelegt. Zum damaligen Zeitpunkt war das sehr innovativ. Die Nähe zur Praxis spiegelte sich in jedem Semester wieder und darüber hinaus ist sie aus meiner Sicht in technischen Studiengängen ohnehin eminent wichtig. An Vorlesungen habe ich versucht soviel wie möglich mitnehmen zu können, wobei ich mich im Hauptstudium fast nur noch mit Technik und Wirtschaft beschäftigt hatte, auch gerade deshalb da viele Kurse parallel liefen.

Während meiner jetzigen Arbeit werde ich immer mal wieder an Inhalte meines Studiums erinnert. Meistens freue ich mich diese Momente zu haben (so entdeckt man den Sinn wiederkehren), oft wünsche ich mir aber auch das mehr Wissen in Einzeldetails hätte vermittelt werden können.

Die Frage ob mich das Studium weitergebracht hat, kann ich nur mit einem klaren Ja beantworten. Natürlich auch deshalb, weil es sehr vielfältige Möglichkeiten gab, sich zu entwickeln und ich habe versucht diese zu nutzen. Unter anderem haben wir für verschiedene praktische projekte die Möglichkeit erhalten kostenlos die Technik der Hochschule zu nutzen. Darüber hinaus wurden wir von kompetenten Labormitarbeitern jederzeit fachlich unterstützt.

Im Praxissemester habe ich ein Prozessoptimierungsprojekt zwischen Druckvorstufe und Druckerei in Berryville, USA durchgeführt. Sowohl das Land, die Leute als auch die Arbeitstechniken sind im Vergleich zu Deutschland doch sehr verschieden. Erfahrungen und Erlebnisse die sehr prägend waren und mir in der Denke neue Ansätze verschafft haben.

Im Jahr 2000 habe ich bei einem großen Druckmaschinenhersteller und durch Betreuung von Prof. Siegfried Schwarze meine Diplomarbeit zu dem Thema: „Untersuchungen an einem Sprühfeuchtwerk zur Optimierung der Feuchtung“ verfasst. Das Arbeiten, sowohl in der Forschung als auch in so einem großen Konzern war nicht nur äußerst spannend, sondern auch hilfreich bei der Entscheidungshilfe, was nach dem Studium im Jahr 2000 passieren sollte.

Gott sei Dank konnte ich mir dann sogar nach acht geschriebenen Bewerbungen, acht Vorstellungs-gesprächen und acht Zusagen meinen zukünftigen Arbeitgeber aussuchen. Meine Wahl fiel letztlich auf meinen alten Arbeitgeber Mohn Media, wo ich als Assistent der Geschäftsleitung Vertrieb angefangen bin. Nach diversen projekten habe ich in das operative Geschäft gewechselt und mich um die Steuerung, Projektierung und Abwicklung großer internationaler Telefonbücher und Gelbe Seiten gekümmert. Mittlerweile bin ich in der Verkaufsleitung für Direct Mail Produkte tätig.

Fazit:

Das Studium gibt dem Studierenden erfahrungsgemäß Einblicke über die vielfältigen Möglichkeiten in der Druck- und Medienbranche. Es bleibt letztlich an dem Studierenden selbst seine Themen zu finden und zu vertiefen. Die wichtigste Erkenntnis sollte sein, dass wir ein ständigen Prozess des fortlaufenden Lernens haben müssen, da die Entwicklung in der Technik zu rasant ist.

Jennifer Neidhart

jen@creart.de
www.creart.de
Tel: 0661-25111-0
Fax: 0661-25111-40

Studium 1996-2000

Wie bist Du auf die Idee gekommen Druck- und Medientechnik zu studieren?

Neben Druck- und Medientechnik waren noch Medieninformatik und BWL Studiengänge, die mich interessiert haben – heute bin ich aber froh darüber, diesen Weg eingeschlagen zu haben.

Aus welchen Gründen hast Du Dich für ein Studium an der TFH (jetzt Beuth Hochschule für Technik) entschieden?

In Stuttgart, Wuppertal, München und Leipzig gab es 1996 entweder den Studiengang Drucktechnik oder Medientechnik – die Berliner waren damals die einzigen die beides in einem Studiengang integriert haben.

Wie hast Du die Zeit an der TFH (jetzt Beuth Hochschule für Technik) empfunden?

Es war eine schöne Zeit, auch wenn ich mehr gearbeitet als studiert habe :-)

Wann denkst Du an Deine Studienzeit zurück?

ich denke an Berlin, an die Menschen die ich in dieser Zeit kennen lernen durfte, an die nächtlichen Streifzüge oder die Streikzeit,… Klausuren, Diplomarbeit und Mensa habe ich komplett verdrängt.

Mit welchen Vorstellungen hast Du angefangen zu studieren und ist das was Du Dir vorgestellt hast eingetreten?

Ich habe mit großen Erwartungen angefangen, dann aber leider feststellen müssen, das viel zu viel Wiederholung statt fand, für diejenigen, die vorher schon eine Ausbildung hinter sich hatten. Besser wäre, eine Ausbildung als Pflicht vorauszusetzen, dann kann mehr in die Tiefe gegangen werden (vor allem bei der Medientechnik).

Gab es schon mal ein Alumnitreffen, und wie war für Dich das Wiedersehen mit den ehemaligen Kommilitonen?

Unser Zug trifft sich mehr oder weniger in regelmässigen Abständen, es ist immer wieder ein Fest!

In was für einem Unternehmen arbeitest Du heute und was ist Dein Aufgabengebiet?

Geschäftsführerin in einer Werbeagentur mit Internet, Fotostudio, Druckvorstufe und Offset- sowie Digitaldruckerei (www.creart.de).

Frank Svoboda

frank@svobi.de

Wie bist Du auf die Idee gekommen Druck- und Medientechnik zu studieren?

Ich hatte vor dem Studion schon recht viel mit den „Neuen Medien“ zu tun: Ich habe mit ein paar Freunden damals in unserer Freizeit an einer Selbständigkeit gearbeitet. Wir haben uns viel mit Design, Layout & Druck von Print- ond Screenmedien befasst. Das Studium bot sich praktisch als eine Weiterführung dieser Aktivitäten an. Es verband meine eh schon vorhandenen Interessen und förderte mein Fachwissen entsprechend.

Aus welchen Gründen hast Du Dich für ein Studium an der TFH (jetzt Beuth Hochschule für Technik) entschieden?

Ich war (bin) vom Prinzip einer FH angetan, das eher schulische System anstatt das (fast) komplett Freie einer Universität. Zum anderen natürlich gab es ein vergleichbares Studium an keiner Uni, so blieb nicht viel Auswahl :)

Wie hast Du die Zeit an der TFH (jetzt Beuth Hochschule für Technik) empfunden?

Sie hat mir sehr gefallen. In meinem Jahrgang waren sehr viele nette Leute, mit denen man täglich viel Zeit verbracht hat: In der Uni, beim Lernen und in der Freizeit. Die Kurse waren fast allesamt interessant und gut gestaltet. Die Dozenten & Professoren sehr nett und hilfsbereit. Einzelne Ausnahmen gibt es immer (Stichwort Physik: „Was, sie wissen / können das nicht? Dann haben sie hier nichts verloren“) aber die generelle Tendenz stimmte. Es war einfach eine tolle Mischung aus Lernen & gutem Umfeld. Die Klausurenzeiten waren jedoch immer etwas stressig. Wenn man das entschärfen könnte – die Prüfungen über einen längeren Zeitraum hin zu legen wäre es deutlich einfacher, man hätte keine 3-4 Prüfungen in einer Woche oder gar 2 an einem Tag, wenn ich mich recht erinnere.

Wann denkst Du an Deine Studienzeit zurück?

Relativ häufig! Heute arbeite ich fast ausschließlich im Internet- und IT-Bereich. Wenn ich dann mal bei einzelnen Sachverhalten an Wissen aus meiner Studi-Zeit erinnert werde, dann sind halt die TFH & meine Kommilitonen von damals in der Erinnerung. Auch jederzeit wenn ich etwas mehr mit Druck-Technik zu tun habe, was heutzutage eher selten ist – dafür dann um so deutlicher.

Mit welchen Vorstellungen hast Du angefangen zu studieren und ist das was Du Dir vorgestellt hast eingetreten?

Ich habe mir das Grundstudium etwas fachbezogener vorgestellt. Aber viele Fächer wie Mathematik, Statistik, Physik etc. waren halt pures „Dipl. Ing. Grundwissen“ fast ohne DMT Zusammenhang. Das fand ich etwas schade aber so ist es halt wohl. Ansonsten habe ich mir ein recht strukturiertes Studium vorgestellt – und das ist auch eingetreten. Ich habe relativ problemlos in der Regelstudienzeit von 8 Semestern meinen Abschluss erhalten.

Gab es schon mal ein Alumnitreffen und wie war für Dich das Wiedersehen mit den ehemaligen Kommilitonen?

Nein, leider noch nicht. Ich habe lediglich vereinzelt zu Freunden von damals aus der Studienzeit noch Kontakt. Vielleicht gibt’s ja mal ein Treffen?

In was für einem Unternehmen arbeitest Du heute und was ist Dein Aufgabengebiet?

Seit meinem Studium arbeite ich primär im IT- und Internetbereich. Ich bin dort System- und Netzwerkadministrator und mache nebenbei noch technische Projektleitung. Ich bin derzeit fest angestellt in einem kleinen Unternehmen und nebenbei noch etwas selbständig tätig. Es wäre für mich jedoch auch nochmal reizvoll, in einer größeren Firma neue Erfahrungen zu sammeln. Mal sehen, vielleicht findet sich in der kommenden Zeit ja etwas :)

Weitere Absolventen

Christine Müller

„Ich habe nach meiner Ausbildung zur Mediengestalterin und anschließender mehrjähriger Berufserfahrung im Wintersemester 1995/96 das Studium der Druck- und Medientechnik an der TFH Berlin aufgenommen. Nach dem Abschluss im Jahr 1999 habe ich zuerst beim Axel Springer Verlag in Hamburg Arbeit gefunden, bevor ich dann 2001 zu Gruner+Jahr wechselte, wo ich bis heute im Tiefdruckbereich arbeite.“

Hans-Jörg Hahn

„Auch ich habe Druck- und Medientechnik an der TFH Berlin im ersten Jahrgang studiert und fand vor allem die generalistische Ausbildung sehr gut. Bis heute stehe ich mit ehemaligen Kommilitonen in Kontakt, wobei dieser Kontakt nicht nur privater Natur ist, sondern hin und wieder auch in der Berufspraxis sehr hilfreich sein kann.

Ich habe nach dem Studienabschluss 1999 eine 15-monatige Traineezeit bei Axel Springer in Essen, Berlin und Hamburg absolviert. Seit 2000 arbeite ich im Controlling Bereich der Neuen Druckerei in Kettwig, Essen. Seit 2003 bin ich dessen Leiter.“

Jan Kersten

„Das Studium der Druck- und Medientechnik an der TFH Berlin habe ich im Wintersemester 2000 aufgenommen, nachdem ich zehn Jahre als
Offsetdrucker gearbeitet habe. Besonders interessant habe ich die vielseitigen Vorlesungen im Bereich der BWL empfunden. Nach dem Abschluss im Sommersemester 2004 habe ich eine Anstellung als Abteilungsleiter Druck in einer Berliner Druckerei aufgenommen.“

Bernd Steenken

„Nach meiner Schriftsetzerlehre (jetzt Mediengestalter) arbeitete ich zwei Jahre in Produktion und Verlag. Ab dem Wintersemester 2000 studierte ich an der TFH Berlin Druck- und Medientechnik. Das Praxissemester konnte ich aufgrund meiner Vorbildung überspringen und begann so nach dem sechsten Semester die Diplomarbeit. Mein Thema war – inspiriert durch meinen Nebenjob (projektentwicklung und Qualitätsmanagement im grafischen Immobilienbereich) – die Entwicklung eines medienneutralen Content Management Systems auf Basis von XML/SVG, PHP, MySQL und PDF.
Seit Juni 2004 bin ich Produktionsmanager bei Native Instruments, einer führenden Softwarefirma im Bereich Musikproduktion. Mein Job ist unter anderem die Organisation der Produktionsabläufe von der Konzeption bis zur Fertigstellung und Auslieferung, darunter Printmaterialien, CD-ROMs, DVDs, Verpackungen und alle anderen gedruckten Marketingmaterialien und Verwaltung des Produktionsetats.“